Die Schüssler Salze gehören heute zu den bekanntesten Methoden der Komplementärmedizin. Millionen von Menschen kennen die zwölf Basissalze und setzen sie als ergänzende Unterstützung im Alltag ein. Doch wie entstand diese Therapie überhaupt? Wer war Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler und wie entwickelte er seine bekannte Mineralsalztherapie?
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Geschichte der Schüssler Salze und erläutert, worauf das Therapiekonzept basiert.
Wer war Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler?
Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler wurde 1821 in Bad Zwischenahn in Deutschland geboren. Nach seinem Medizinstudium arbeitete er viele Jahre als Arzt und beschäftigte sich intensiv mit den damals bekannten medizinischen und naturheilkundlichen Behandlungsmethoden.
Besonders interessierte ihn die Frage, welche Bedeutung Mineralstoffe für den menschlichen Körper haben und welche Rolle sie für die Gesundheit spielen. Sein Ziel war es, eine möglichst einfache und gut verständliche Therapie zu entwickeln.
Die Idee hinter der Mineralsalztherapie
Im 19. Jahrhundert gewannen wissenschaftliche Erkenntnisse über den Aufbau menschlicher Zellen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig untersuchten Forscher die Zusammensetzung verschiedener Körpergewebe und stellten fest, dass darin zahlreiche Mineralstoffe enthalten sind.
Dr. Schüssler griff diese Erkenntnisse auf und entwickelte daraus seine eigene Theorie. Er ging davon aus, dass Störungen im Mineralstoffhaushalt der Körperzellen das Wohlbefinden beeinflussen können. Durch die gezielte Gabe bestimmter Mineralsalze sollten die natürlichen Zellfunktionen unterstützt werden.
Diese Vorstellung bildet bis heute die Grundlage der sogenannten Biochemie nach Dr. Schüssler.
Wie entwickelte Dr. Schüssler die zwölf Salze?
Schüssler analysierte die damals verfügbaren wissenschaftlichen Arbeiten über Mineralstoffe im menschlichen Körper. Er orientierte sich unter anderem an Untersuchungen zur sogenannten Ascheanalyse. Dabei wurden Gewebe nach dem Verbrennen untersucht, um die enthaltenen Mineralstoffe zu bestimmen.
Aus diesen Erkenntnissen leitete er zwölf Mineralsalze ab, die seiner Ansicht nach für die Funktion der Körperzellen besonders wichtig sind. Diese zwölf Salze bilden bis heute die Grundlage der klassischen Schüssler-Therapie.
Erst später wurden weitere Ergänzungssalze eingeführt, welche das ursprüngliche Therapiekonzept erweiterten.
Wie ordnete Dr. Schüssler den einzelnen Salzen ihre Anwendungsgebiete zu?
Die Zuordnung der einzelnen Schüssler Salze entstand aus den Beobachtungen und Erfahrungen von Dr. Schüssler sowie späterer Anwenderinnen und Anwender seiner Methode. Er stellte Zusammenhänge zwischen bestimmten Mineralstoffen und verschiedenen Geweben oder Körperfunktionen her.
So wurden beispielsweise einzelne Salze traditionell mit Knochen, Muskeln, Haut, Schleimhäuten, Nerven oder dem Stoffwechsel in Verbindung gebracht.
Diese Zuordnungen beruhen auf dem Therapiekonzept der Schüssler-Methode und langjährigen praktischen Erfahrungen. Sie entsprechen jedoch nicht dem heutigen wissenschaftlichen Nachweis einer spezifischen medizinischen Wirksamkeit.
Warum werden die Mineralsalze potenziert?
Dr. Schüssler vertrat die Ansicht, dass Mineralstoffe in fein aufbereiteter, potenzierter Form besonders gut vom Organismus aufgenommen und genutzt werden können.
Aus diesem Grund werden Schüssler Salze nicht als gewöhnliche Mineralstoffpräparate hergestellt, sondern nach einem speziellen Potenzierungsverfahren verarbeitet. Häufig werden die Potenzen D6 oder D12 verwendet, abhängig vom jeweiligen Mineralsalz.
Die Potenzierung ist ein fester Bestandteil der klassischen Schüssler-Therapie.
Wie werden Schüssler Salze hergestellt?
Die Herstellung erfolgt nach pharmazeutischen Qualitätsstandards. Dabei werden die jeweiligen Mineralsalze mit einem Trägerstoff – meist Milchzucker (Laktose) – schrittweise verrieben und verdünnt.
Je nach Hersteller sind heute auch laktosefreie Varianten erhältlich. Neben Tabletten gibt es Schüssler Salze auch als Globuli, Tropfen, Pulver oder Cremes.
Wie werden Schüssler Salze verabreicht?
Am bekanntesten sind Schüssler Salze in Tablettenform. Die Tabletten werden traditionell langsam im Mund zergehen gelassen.
Darüber hinaus stehen verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung:
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Tabletten
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Globuli
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Tropfen
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Pulver
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Cremes
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Salben
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Lotionen
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Gele
Die Auswahl richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und der gewünschten Anwendung.
Welche Therapieformen gibt es?
Im Laufe der Jahrzehnte haben sich verschiedene Anwendungsformen entwickelt.
Einzeltherapie
Hier wird nur ein Schüssler Salz verwendet, das traditionell zum jeweiligen Anwendungsbereich passt.
Kombinationstherapie
Besonders häufig werden mehrere Schüssler Salze miteinander kombiniert. Dadurch sollen verschiedene Körperfunktionen gleichzeitig berücksichtigt werden.
Langzeitanwendung
Viele Anwender integrieren Schüssler Salze über einen längeren Zeitraum in ihren Alltag und passen die Auswahl individuell an.
Äussere Anwendung
Neben der Einnahme können Schüssler Salze auch in Form von Cremes oder Salben auf die Haut aufgetragen werden.
Antlitzanalyse
Einige naturheilkundlich tätige Therapeutinnen und Therapeuten nutzen die sogenannte Antlitzanalyse. Dabei werden bestimmte Merkmale des Gesichts traditionell als Hinweise auf den Bedarf einzelner Schüssler Salze interpretiert. Diese Methode gehört zur traditionellen Schüssler-Lehre und ist wissenschaftlich nicht belegt.
Die Schüssler-Therapie heute
Heute werden Schüssler Salze weltweit verwendet und gehören zu den bekanntesten Verfahren der Komplementärmedizin. Viele Menschen schätzen sie als ergänzende Unterstützung für ihr allgemeines Wohlbefinden und kombinieren sie mit einem gesunden Lebensstil, ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung.
Apotheken, Drogerien und naturheilkundlich tätige Fachpersonen beraten bei der Auswahl geeigneter Schüssler Salze und deren Anwendung.
Wissenschaftliche Einordnung
Die Schüssler-Therapie basiert auf den Vorstellungen von Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler aus dem 19. Jahrhundert. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es für viele der traditionellen Anwendungsgebiete keine ausreichenden Belege für eine spezifische Wirksamkeit. Aus diesem Grund werden Schüssler Salze der Komplementärmedizin zugeordnet und sollten nicht als Ersatz für notwendige medizinische Untersuchungen oder Behandlungen verwendet werden.
Fazit
Mit seiner Idee einer Mineralsalztherapie entwickelte Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler ein Therapiekonzept, das bis heute grosse Bekanntheit geniesst. Die zwölf Basissalze bilden noch immer den Kern seiner Lehre und werden traditionell zur Unterstützung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt.
Obwohl die wissenschaftliche Evidenz begrenzt ist, nutzen viele Menschen Schüssler Salze als ergänzende Massnahme im Rahmen eines gesundheitsbewussten Lebensstils. Eine fundierte Beratung und eine verantwortungsvolle Anwendung sind dabei ebenso wichtig wie die Erkenntnis, dass Schüssler Salze eine medizinische Behandlung bei ernsthaften Erkrankungen nicht ersetzen.